Sehr geehrte Aktionärinnen, sehr geehrte Aktionäre,

Cicor hat 2018 das Wachstumstempo des Vorjahres beibehalten. Mit CHF 248.1 Mio. stieg der Umsatz nach einem äusserst starken zweiten Semester um 14.5 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2017: CHF 216.7 Mio.) an. Die in einem sich abschwächenden konjunkturellen Umfeld erzielten  Marktanteilsgewinne sind auf wichtige neue Projekte und Kunden sowie auf eine verbesserte Lieferfähigkeit im zweiten Halbjahr, trotz des Werksumzuges in Arad (Rumänien) und der Verknappung bestimmter elektronischer Komponenten, zurückzuführen. Auftragseingänge in  herausragender Höhe von CHF 277.8 Mio. (2017: CHF 235.5 Mio.) spiegeln einerseits die Stärke von Cicor wider, andererseits bestellen Kunden ihre Bedarfe langfristiger. Mit einem Verhältnis des Auftragseingangs zum Umsatz (Book-to-Bill Ratio) von 1.12 ist ein anhaltend guter  Geschäftsgang für 2019 vorgezeichnet.

Aufgrund einer weiter erhöhten Mitarbeiterproduktivität, nur massvoll gesteigerter Overhead-Kosten sowie einer insgesamt besseren Werksauslastung stieg das operative Ergebnis auf Stufe EBIT um 45.0 Prozent auf CHF 15.2 Mio. (2017: CHF 10.5  Mio.), einer EBIT-Marge von 6.1 % (2017: 4.8 %) entsprechend. In leicht geringerem Umfang, nämlich um 44.9 Prozent, stieg das Nettoergebnis auf CHF 9.6 Mio. (2017: CHF 6.7 Mio.), was vor allem auf die höhere Steuerbelastung zurückzuführen ist.

  • WEITERES WACHSTUM IN DEN STRATEGISCHEN KERNMÄRKTEN

    Cicor ist als der führende Schweizer Elektronikdienstleister fokussiert auf Märkte mit höchsten Anforderungen an Technologie und Qualität, insbesondere auf die Industrieelektronik, Medizintechnik sowie die Luft-/Raumfahrt und Verteidigung. Der in diesen Märkten erzielte Umsatz stieg  überproportional um 18.7 %, entsprechend einem Umsatzanteil von 77.0 Prozent (2017: 74.4 Prozent). Damit waren diese Anwendungen, die ein hohes Differenzierungspotenzial für Cicor aufweisen, wiederum die Wachstumstreiber der Gruppe. In den anderen Märkten wurde der Umsatz  nur geringfügig um 2.2 % gesteigert. Dennoch sieht Cicor Potenzial in speziellen Anwendungen wie zum Beispiel Sensoren für Automobile und Kommunikationsgeräte sowie Hochfrequenzsubstrate und -baugruppen für 5G-Mobilfunknetze.

    War das Wachstum 2017 noch überwiegend von  Amerika und Asien getragen gewesen, konnte Cicor 2018 besonders in der Schweiz und Europa wachsen. Der Heimatmarkt Schweiz ist mit einem Umsatzanteil von 27 Prozent (2017: 25 Prozent) überproportional gewachsen, ebenso wie der Rest Europas mit einem Anteil von 45 Prozent  (2017: 43 Prozent). Insgesamt sind die Auslieferungen in die Schweiz und den Rest Europas damit um 22 % gegenüber dem Vorjahr angestiegen. Im Gegensatz dazu war der Umsatzbeitrag aus Amerika und Asien nahezu unverändert, was zu einem Rückgang des Umsatzanteiles von  Amerika auf 8 Prozent (2017: 9 Prozent) sowie von Asien auf 20 Prozent (2017: 22 Prozent) führte.

  • RASANTES WACHSTUM DER DIVISION AMS

    Stand 2017 noch im Zeichen des Turnarounds der Division Advanced Microelectronics and Substrates (AMS), so konnte AMS sein Potenzial 2018 voll entfalten: Technologieführerschaft und aktive Marktbearbeitung haben ein Umsatzwachstum um 18.9 % auf CHF 63.0 Mio. ermöglicht, womit  er Anteil am Gruppenumsatz weiter auf 25.4 Prozent anstieg (2017: 24.4 Prozent). Das operative Ergebnis auf Stufe EBIT stieg um 81.8 % auf CHF 7.6 Mio. (2017: CHF 4.2 Mio.), getragen von Verbesserungen der Produktionsabläufe und gestiegener Werksauslastung. Die EBIT- Marge erhöhte sich auf 12.1 % (2017: 7.9 %) und zeigt damit eindrücklich das Margenpotenzial der AMS-Hochtechnologiegeschäfte.

    Die im Dezember 2018 abgeschlossene Liefervereinbarung für die Herstellung von Dünnschichtsubstraten mit einem namhaften europäischen Aerospace- Unternehmen in einem Gesamtvolumen von über CHF 20 Mio. im Zeitraum 2019 bis 2024 bestätigt die technologische Spitzenstellung der Division AMS im Markt. Investitionen in die Technologieentwicklung sowie in Produktionsanlagen sollen die Führerschaft im Markt weiter ausbauen,  Produktionsabläufe verbessern sowie Kapazitätsengpässe beseitigen. Hinderlich wirkt sich die mangelnde Verfügbarkeit von Personal in allen Bereichen aus, was ein noch stärkeres Wachstum an den vier Standorten in der Schweiz und in Deutschland verhindert hat.

    Die strategische  Weiterentwicklung von Cicor im Bereich Advanced Microelectronics and Substrates wird auch in Zukunft hohe Bedeutung haben, zumal Cicor hier wesentliche Beiträge zu Fortschritten in der Medizintechnik, Sensorik, Satellitentechnik sowie Kommunikationstechnik liefern kann.

  • DIVISION ES – FIT FÜR DIE ZUKUNFT

    Die Umsetzung strategischer Grossprojekte – bei gleichzeitigem zweistelligem Wachstum in einem Umfeld verknappter elektronischer Bauteile – hat das Berichtsjahr für die Division Electronic Solutions geprägt. Dieser Spagat zwischen gegenläufigen Anforderungen ist sehr gut gelungen,  was sich in einer positiven operativen Performance äussert: Nach einer signifikanten Beschleunigung im zweiten Semester hat ES den Umsatz im Berichtsjahr um 13.0 % auf CHF 185.2 Mio. steigern können (2017: CHF 163.9 Mio.). Dazu beigetragen hat die Fähigkeit, während des  Werksumzuges in Arad (Rumänien) die Kundenauslieferungen in nahezu unverändertem Ausmass fortzuführen sowie eine Beschleunigung des Asiengeschäftes im zweiten Halbjahr. Beim operativen Ergebnis auf Stufe EBIT konnte der Rückgang des ersten Halbjahres mehr als  kompensiert werden. Es wurde eine Steigerung um 10.3 % auf CHF 9.9 Mio. erreicht (2017: CHF 9.0 Mio.). Die EBIT-Marge reduzierte sich, aufgrund der niedriger als erwarteten Projektkosten für den Umzug in das neue Werk in Arad (Rumänien), lediglich um 0.1 Prozentpunkte auf 5.4 %  (2017: 5.5 %).

    Ein Highlight für die Division ES war 2018 der Bezug des neuen Produktionswerkes in Arad (Rumänien). Damit stehen nun signifikant gesteigerte Kapazitäten mit optimalen Prozessen zur Verfügung, die im Verbund mit dem 2016 neu errichteten Werk in Bronschhofen (Schweiz) die modernste Elektronikauftragsfertigung Europas darstellen.

    Ein weiterer Schritt hin zu einer globalen Best-in-Class-Elektronikfertigung ist der Ausbau des Standortes Batam (Indonesien) zum Kompetenzzentrum für Kunststoff-Präzisionsspritzguss. Die Zusammenführung der  heute auf Singapur und Batam (Indonesien) verteilten Kapazitäten für Kunststoffspritzguss in Batam (Indonesien) bei gleichzeitigen Investitionen in die Steigerung der Präzision sowie die Bauteileveredelung stärkt die Position von Cicor als Lieferant elektronischer und elektromechanischer  Baugruppen insbesondere im Bereich der Medizintechnik. Mit der Einführung von SAP am Standort Batam (Indonesien) im ersten Halbjahr 2019 werden zukünftig mehr als 90 % des Divisionsumsatzes über eine moderne, integrierte IT-Plattform geführt werden können.

    Die Probleme aus der erknappung elektronischer Komponenten konnten dank des grossen Einsatzes in der Beschaffung insgesamt gut abgefedert werden. Produktionsausfälle bei Kunden konnten vermieden werden, was die höchste Priorität darstellte. Um diese Liefersicherheit zu erreichen, wurden leicht  höhere Materialkosten, vor allem aber der Aufbau eines höheren Rohmateriallagerbestandes bewusst in Kauf genommen. Kundenservice steht für Cicor an erster Stelle und wir sind überzeugt, dass sich diese Haltung für das Unternehmen auszahlen wird.

  • WEITERE OPERATIVE UND TECHNOLOGISCHE FORTSCHRITTE 2018

    Die Fortschritte der vergangenen Jahre werden von den Kunden deutlich wahrgenommen. Cicor wird heute in einem dynamischen Marktumfeld als ein agiler und kundenorientierter Anbieter mit Spitzentechnologie und höchster Qualität anerkannt. Die operative Leistung konnte weiter  verbessert werden. Der Umsatz je Mitarbeiter stieg im Berichtsjahr um nochmals 10 % an, womit in den vergangenen drei Jahren ein kumulierter Produktivitätsfortschritt von 35 % erzielt werden konnte.

    Für die Zukunft wird bei Cicor Technologieführerschaft als wesentliches Differenzierungsmerkmal gegenüber dem Wettbewerb angesehen. Nach der Vorstellung von DenciTec® als Leiterplattentechnologie mit den kleinsten möglichen Strukturgrössen dringt Cicor nun in den Markt für gedruckte Elektronik vor. Als erster Anbieter in Europa und einer der ersten  weltweit baut Cicor in Bronschhofen (Schweiz) ein Applikationslabor für Aerosol Jet Printing (AJP) auf, das bereits in wenigen Wochen den Betrieb aufnehmen wird. Mit AJP ist es möglich, miniaturisierte Strukturen mit einer Vielzahl von metallischen, nichtmetallischen und sogar organischen  zw. biokompatiblen Materialien auf einer breiten Palette an Substratmaterialien zu drucken. Das Interesse im Markt für diese neue Dienstleistung, die das bisherige Angebot von Cicor ideal ergänzt, ist äusserst gross und es werden bereits erste Serienprojekte qualifiziert.

  • SOLIDE BILANZ TROTZ HOHEN INVESTITIONEN

    Das Nettoumlaufvermögen (Net Working Capital NWC) stieg 2018 deutlich um 19 % auf CHF 68.8 Mio. (2017: CHF 57.8 Mio.) an, was wesentlich auf einen Forderungsanstieg gegenüber Kunden nach dem äusserst starken Schlussquartal sowie auf höhere Lagerbestände zur Sicherstellung  er Lieferfähigkeit in einem verknappten Komponentenmarkt zurückzuführen ist. Daher konnten die sehr hohen Neuinvestitionen von CHF 19.4 Mio. (2017: CHF 8.4 Mio.) aufgrund des Neubaus in Arad (Rumänien) nicht vollständig aus dem operativen Cashflow finanziert  werden. Es resultierte ein negativer freier Cashflow von CHF –6.6 Mio. (2017: CHF +2.7 Mio.).

    Dennoch konnte die Nettoverschuldung im Verhältnis zum operativen Ergebnis auf Stufe EBITDA auf dem niedrigen Wert von 1.1, nahezu unverändert zum Vorjahr (2017: 1.0), gehalten werden.  Das Eigenkapital der Cicor Gruppe stieg um 9 % auf CHF 75.1 Mio. an (2017: CHF 68.7 Mio.). Die Bilanzsumme ist um 15 % auf CHF 194.2 Mio. (2017: CHF 169.0 Mio.) angestiegen, wodurch sich die Eigenkapitalquote leicht auf 38.7 % verringerte (2017: 40.7 %).

  • STEIGENDE GEWINNAUSSCHÜTTUNG BEANTRAGT

    Auf Basis der deutlich gesteigerten Ergebnisse im Geschäftsjahr 2018, der guten Bilanzqualität sowie der positiven weiteren Geschäftsaussichten soll die Gewinnausschüttung gegenüber dem Vorjahr deutlich gesteigert werden, um die Cicor Aktionäre über steuerbefreite Ausschüttungen  aus Kapitaleinlagereserven am Erfolg teilhaben zu lassen. Der Verwaltungsrat wird der Generalversammlung vom 16. April 2019 daher eine Ausschüttung aus der Kapitaleinlagereserve von CHF 1.00 je Aktie (2017: CHF 0.70 je Aktie) vorschlagen. Dies entspricht 30 Prozent des  Nettoergebnisses der Gruppe.

  • POSITIVER AUSBLICK TROTZ SCHWÄCHERER WELTKONJUNKTUR

    Cicor ist gut in das neue Geschäftsjahr gestartet. Durch den hohen Auftragsbestand am Jahresanfang geht die Gruppe von einem leicht wachsenden Umsatz im Jahr 2019 aus, auch wenn sich die weltweite Konjunkturentwicklung deutlich verlangsamt.

    Mittelfristig strebt Cicor ein jährliches  Umsatzwachstum an, das über dem Wachstum der weltweiten Elektronikproduktion liegt. Dieses Wachstum soll überwiegend in den Zielmärkten der Industrieelektronik, Medizintechnik sowie Luft-/Raumfahrt und Verteidigung erzielt werden, wenn auch zusätzliche Impulse aus der Kommunikationstechnik mit der Einführung von 5G-Mobilfunknetzen sowie der Automobiltechnik mit dem vermehrten Einsatz komplexer Sensortechnik erwartet werden.

    Das langfristige EBIT-Margenziel der Cicor Gruppe liegt, wie kommuniziert, in einem Band von 6 bis 8 %. Im Berichtsjahr 2019 wird mit einer Steigerung der 2018 erreichten EBIT-Marge gerechnet, auch aufgrund wegfallender Einmalaufwände aus der Werksverlagerung in Arad (Rumänien)  und erwarteter operativer Fortschritte bei Cicor Asien.

    Im Namen des Verwaltungsrats und der Geschäftsleitung der Cicor Gruppe danken wir allen, die ihren wertvollen Beitrag zu den Erfolgen des Geschäftsjahres 2018 geleistet haben: unseren Mitarbeitenden für ihren grossen Einsatz,  unseren Kunden für ihre Loyalität und unseren Aktionären und Geschäftspartnern für ihr Vertrauen.